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Unsere Zeitkapsel

gefunden im März 2026 | Veröffentlichung April 2026

gefunden im März 2026
Veröffentlichung April 2026

Auch wir brauchen etwas Hilfe von oben...

Unsere mittlerweile 117 Jahre alte Kirche (lesen Sie mehr: Pfarr-Chronik) ist eine „alte Dame“….- und manchmal benötigen wir etwas fachmännische Hilfe. Seit 1909 trotzte unsere Kirche Wind, Wetter und anderen markanten Ereignissen der Geschichte. Am 09.01.1909 wurde unser bekanntes und weit sichtbares Kreuz auf der Turmspitze verankert. Leider kam es in den letzten „paar Jahren“ seit Bestehen unserer Kirche auch zu „unvorhergesehenen Ereignissen“ zB einem Blitzschlag. So einen hatten wir von 1 1/2 Jahren – seit dem war unser „Turmkreuz“ leider „geneigt“ und stellte ein Sicherheitsrisiko für Passanten und die Gläubigen der Pfarre dar.

Eine Sicherung (Seilsicherung im Turm) der Passanten und der Umgebung war zu jeder Zeit gegeben! Um die Sicherheit wieder herzustellen, wurde die Firma Sukup & Grötzer beauftragt, dass unser Turmkreuz wieder sicher und aufrecht auf der 31m hohen Turmspitze thronen und strahlen darf. Unser Turmkreuz wurde fachmännisch abgenommen, um eine Sicherheit zu garantieren. Eine neuerliche Montage erfolgte in den zwei darauffolgenden Wochen, wo das passende Fundament wieder gegeben wurde und den aktuellen Sicherheitsvorschriften entspricht. In der Zeit der Revision waren wir „oben ohne“ – aber dennoch gut behütet, beschützt – und wir bekamen eine Nachricht aus der Vergangenheit

Erstens kommt es anders
und zweitens als man denkt...

Manchmal geschehen Ereignisse oder Situationen, die man sich beim besten Willen davor nicht vorstellen kann. In diesem Fall, war es der Anruf vom Chef der Firma Felbermayr gewesen. Nachdem unser Kirchenkreuz von ihm abgenommen wurde um es zu reparieren, entdeckte er eine kleine, beinah unscheinbare Dose, die rein optisch etwas unter Mitleidenschaft geraten war. Sie war im Sockel platziert gewesen. Er öffnete sie nicht sondern informierte uns sofort vom Fund und übergab sie.

Es war eine Zeitkapsel, aus dem Kaiserzeitalter, die 1909 dort hinterlegt wurde, um uns  nun ca 117 Jahre später etwas zu übermitteln oder auch aufzuzeigen. Beim Öffnen dieser kleinen Dose war der Moment der Spannung schon sehr hoch. Der Geruch war abgestanden und eine Mischung zwischen rostig und modrig. Die staubige, schmutzige Schicht war mäßig. Die Dose selbst ließ sich relativ einfach mit leichtem Gegendruck öffnen. Zum Vorschein kamen 7 in sich selbst stark zusammengelegte Papierstücke. Jedes war sehr ordentlich in sich verschlossen und sorgfältig übereinandergelegt.

Zeitkapsel aus 1909
© Pass Alex Kommer

Objekt 01

  • Beschreibung:
    Ein 5 mal gefaltetes Papier, auf der einen Seite mit einem roten Siegel, welches gebrochen werden musste, um es zu öffnen. Auf der gegenüberliegenden Seite war eine Beschriftung in Handschrift (Schrift: Sütterlin):
    In 07 / ibus
    S. Agatha Virgi et Mort.“

  • Inhalt:
    Darin befand sich ein weißlicher, feiner Staub

Objekt 02

  • Beschreibung:
    Ein 4 mal gefaltetes Papier mit der Handschrift (Schrift: Sütterlin)
    „S. Donati – Mort“
  • Inhalt:
    Darin befanden sich grobkörnige, weiße Körner – Ähnlich wie Knochenstaub. Auf der Innenseite des Papiers war eine schwer lesbare Schrift, die im Zickzack durchgestrichen war.
    Möglich: V. Mayeila

Objekt 03

  • Beschreibung:
    Ein vergilbtes Papierstück mit gelblich, rundem Abdruck außen sichtbar.
  • Inhalt:
    Innen lag ein gelblich, durchsichtiges, wachsähnliches, festes, rundes Gebilde, darauf ein Abdruck. Erst als ich einen Filter beim Foto darüberlegte, konnte ich die Hl. Maria Mutter Gottes erkennen.

Objekt 04

  • Beschreibung:
    Ein rechteckiges Papierstücke, einmal gefaltet, mit der Aufschrift
    „de S.P.N Alphonse“

  • Inhalt:
    Darin lagen eine Stoffreliquie und ein Knochenstück

Anm: der Hl. Alfons (Alfonso Maria de Liguori) ist der Ordensgründer der Redemptoristen, er ist auch auf unserem rechten Seitenaltar (Marien-Altar) gemeinsam mit Clemens Maria Hofbauer. Beide spiel(t)en für die Redemporistinnen einen zentrale Rolle

Objekt 05

  • Beschreibung:
    Ein sehr kleines Papierstück, 6-mal gefaltet mit der Aufschrift
    „Holz- und Gnadenbildnis“

    (Schrift: Sütterlin)

  • Inhalt:
    darin war ein Holzspanstück, sehr zart und eine kleine Stoffreliquie

Objekt 06

  • Beschreibung:
    Ein dünnes Pergamentpapier, stark gefalten, mit Tinte und Feder ist folgender (lateinischer) Text geschriebenen:

    Anno Domini millesimo nonagintesimo nono, sub imperatore Franzisco Josepho I adhuc senaginta amas gloriose Austrian regnante, sub Summo Pontifice Pio X; omnia in Christo renovante, sub Eppiscopo Antonio Josepho Gruscha, subparocho hinus loci Joanne Nep. Schramm, sub patre provinciali Lang ordinis S-si Redemptoris nec non sub reverenda matre sororum Ssi  Redemptoris, Philumena de Platz, haec cruz erecta est.

  • Übersetzung:
    Wir haben bei der EDW eine offizielle, beglaubigte Übersetzung angefordert. Es steht jedem frei, den Text selber zu erforschen

Objekt 07

  • Beschreibung:
    Ein stark gefaltetes, geringfügig dickeres Pergamentpapier, neuerer Zustand! Mit Tinte und Feder geschriebener Text:


    Sub Archiepiscopo Francisco Cardinali König – ac Comissario Leopoldo Neudhardt C. Ss.R et Superiorissa Maria Joanna Beyer O.Ss.R. Tempore Concilia Vaticani II anna salutis MCMLXV turis renovata est.

  • Übersetzung:
    Wir haben bei der EDW eine offizielle, beglaubigte Übersetzung angefordert. Es steht jedem frei, den Text selber zu erforschen

Die Firma Felbermayr stellte uns eine Kupferrolle zur Verfügung, um die vorhandene Dose des Jahres 1909 darin zu verankern, gemeinsam mit den Gegenständen, die wir mitgeben wollten.

Unsere Nachricht für die Zukunft

Unsere Beigaben sind:

  1. Ein Pergamentpapier,
    mit Tinte handgeschrieben und unten mit einem roten JHS Siegel gesiegelt.
    Datiert mit 23.03.2026.
    Der Text ist eine offizielle Vorgabe
  2. Ein Pfarrblatt der Ausgabe Oktober/November 2025
  3. Ein persönlich von Uwe Wolff erstellte USB-Stick, darauf wurden alle Pfarrblätter digital abgespeichert
  4. Zwei Klebeetiketten unserer Pfarre

Danke für dieses besondere Erlebnis

Beide Zeitdokumente wurden in die Kupferröhre verpackt und verschlossen. Die Firma hat in meiner Anwesenheit, die aktuelle Zeitkapsel in den Sockel des Kirchturmkreuzes verankert. 

"Es war mir eine große Ehre und eine noch größere Freude unser Kirchturmkreuz in meinen beiden Händen zu halten, es ein Stück weit zu tragen und die tiefe Geschichte gedanklich und im Herzen zu berühren."
Dipl. PAss Alex Kommer
Leitung Erlöserkirche

Am 25. März 2026 um 13:00 Uhr wurde der Sockel mit dem Kirchturmkreuz durch einen hohen Kran wieder in die Höhe gefahren. Um 13:24 Uhr waren Sockel und Kreuz an ihrem richtigen und ursprünglichen Ort. Möge unser Kirchenkreuz gut verankert und sicher, als Zeichen unseres Glaubens, lange am Kirchturm stehen. Sichtbar für alle Menschen, die in die Richtung unserer Erlöserkirche blicken.

PAss. Alex Kommer

DOWNLOAD

Hier kannst du die Geschichte unserer Zeitkapsel als PDF herunterladen. Das Dokument ist ident mit der Veröffentlichung im Pfarrblatt April/Mai 2026.